Patches selber zu machen ist eine der schönsten Möglichkeiten, aus einer Stickdatei etwas besonders Vielseitiges zu schaffen. Ob als klassischer Aufnäher zum Annähen oder als Bügelpatch mit aufgebrachter Rückseite: Mit der richtigen Technik kannst du aus nahezu jedem Motiv einen sauberen, stabilen Patch erstellen.
In dieser Anleitung zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du Patches mit der Stickmaschine stickst, welche Materialien du dafür brauchst und warum wir aktuell besonders gern mit praktischen Patchbasis-Zuschnitten oder alternativ Tear Away Plus arbeiten. Der große Vorteil: Du erhältst eine saubere Rückseite und schaffst eine bessere Grundlage, wenn du deinen Patch später mit BSN zum Aufbügeln weiterverarbeiten möchtest.
Gestickt wird im Video mit der Brother Innov-is 880E. Viele der gezeigten Tipps funktionieren aber genauso gut für andere Stickmaschinen, zum Beispiel für die Bernina B500, B540, B570, B700 Pro sowie für bernette B70 und B79.
Warum Patches mit der Stickmaschine so praktisch sind
Ein selbst gestickter Patch ist schnell gemacht, sieht hochwertig aus und lässt sich vielseitig einsetzen. Du kannst ihn auf Kleidung aufnähen, auf Taschen anbringen oder mit einer passenden Rückseite zu einem Bügelpatch weiterverarbeiten. Besonders praktisch ist dabei, dass du nicht auf fertige Motive angewiesen bist. Wenn du bereits eine Stickdatei hast, kannst du daraus in vielen Fällen ganz einfach einen eigenen Patch erstellen.
Gerade für kleine Serien, personalisierte Projekte oder kreative Einzelstücke ist das eine tolle Lösung. Außerdem kannst du Farben, Größe und Verarbeitung genau so wählen, wie sie zu deinem Projekt passen.
Was du zum Patches sticken brauchst
Für saubere und stabile Ergebnisse kommt es vor allem auf das Zusammenspiel aus Stickdatei, Trägermaterial, Stabilisierung und Nadel an. Bewährt haben sich folgende Materialien:
- Patchbasis in Zuschnitten oder von der Rolle
- Reißvlies, idealerweise doppelt eingespannt
- alternativ Tear Away Plus in zwei Lagen
- eine gute Stickmaschinennadel, zum Beispiel Schmetz in Stärke 75
- Stickgarn in passenden Farben
- eine spitze Schere zum sauberen Zurückschneiden
- optional BSN, wenn du aus dem Patch einen Bügelpatch machen möchtest
Besonders angenehm wird das Arbeiten mit einem Magnetrahmen. Gerade bei Brother, Bernina oder bernette sorgt er für ein gleichmäßiges Einspannen und eine gute Spannung des Materials.
Schritt 1: Die passende Outline in der Sticksoftware anlegen
Damit dein Patch später eine schöne Außenkante bekommt, brauchst du rund um dein Motiv eine passende Umrandung. Diese Outline lässt sich in vielen Stickprogrammen direkt anlegen.
In der Bernina V9 Creator funktioniert das über die Funktion Konturen und Versetzungen. Dort markierst du dein Motiv, aktivierst die versetzte Kontur und wählst zum Beispiel einen Abstand von 3 mm. Für einen klassischen Patch reicht meist eine einzelne Versetzung. Als Stichart eignet sich eine Satinstichlinie sehr gut.
Auch in professionellen Wilcom-basierten Programmen findest du ähnliche Funktionen. Wenn du mit CREATIVATE Elite arbeitest, kannst du eine Outline ebenfalls erstellen, dort allerdings etwas manueller.
Schritt 2: Den Stickrahmen mit Reißvlies vorbereiten
Im nächsten Schritt spannst du zwei Lagen Reißvlies in deinen Stickrahmen ein. Das sorgt für mehr Stabilität und ist eine gute Grundlage für saubere Patches. Wenn du lieber mit Material von der Rolle arbeitest, kannst du alternativ auch Tear Away Plus in zwei Lagen verwenden.
Wir arbeiten bei dieser Methode bewusst nicht mit Ultra Solvy als eigentlicher Patchträger. Das kann zwar ebenfalls funktionieren, hat aber den Nachteil, dass auf der Rückseite des Patches Material verbleibt, das das spätere Aufbügeln mit BSN unpraktischer machen kann.
Wenn du mit einem Magnetrahmen arbeitest, wird dieser Schritt besonders angenehm. Das Material liegt direkt sauber und gleichmäßig im Rahmen, ohne dass du lange korrigieren musst.
Schritt 3: Die Position des Motivs sticken
Starte nun deine Stickdatei und lasse zunächst die Position des Motivs sticken. Dieser erste Schritt zeigt dir genau, wo deine Patchbasis gleich platziert werden muss.
Gerade bei detailreichen Motiven lohnt es sich, hier sauber zu arbeiten. Denn je exakter die Platzierung im ersten Schritt ist, desto schöner wird später das fertige Ergebnis.
Schritt 4: Die Patchbasis auflegen und fixieren
Jetzt legst du deine Patchbasis auf die vorgestickte Position. Praktische Zuschnitte sind hier besonders angenehm, weil du nicht jedes Stück erst von der Rolle zuschneiden musst. Sie sparen Zeit und lassen sich sauber verarbeiten.
Anschließend wird die Patchbasis festgestickt. So bleibt sie während des weiteren Stickvorgangs sicher an Ort und Stelle.
Schritt 5: Das Motiv vollständig aussticken
Im nächsten Schritt stickt die Maschine das eigentliche Motiv fertig. Hier zeigt sich, wie wichtig eine gute Nadel, eine saubere Stabilisierung und ein ruhiger Fadenlauf sind.
Eine präzise Stickmaschine wie die Brother Innov-is 880E spielt hier ihre Stärken besonders gut aus. Feine Details gelingen sauber, und über die Artspira App lassen sich Motive sogar kabellos übertragen. Aber auch mit anderen guten Stickmaschinen von Brother, Bernina oder bernette kannst du diese Technik sehr sauber umsetzen.
Wenn du mit größeren Garnkonen arbeitest oder den Fadenweg bewusst etwas verlängern möchtest, kann ein externer Konen- und Spulenhalter zusätzlich helfen, ein ruhiges Stickbild zu erzielen.
Schritt 6: Die Patchbasis sauber zurückschneiden
Sobald das Motiv fertig gestickt ist, nimmst du den Rahmen aus der Maschine. Jetzt schneidest du mit einer spitzen Schere die überstehende Patchbasis möglichst sauber zurück.
Arbeite hier sorgfältig, denn dieser Schritt beeinflusst die Optik deines fertigen Patches deutlich. Je sauberer du an dieser Stelle schneidest, desto hochwertiger wirkt später die äußere Kante.
Schritt 7: Die Abschlusskante sticken
Setze den Rahmen nun wieder in die Maschine ein und sticke die vorbereitete Outline. Diese letzte Umrandung gibt dem Patch seinen typischen sauberen Abschluss und verdeckt kleine Unregelmäßigkeiten an der Kante.
Hier lohnt es sich, das Garn passend zur Patchfarbe oder bewusst kontrastreich zu wählen, je nachdem, welchen Look du erzielen möchtest.
Schritt 8: Das Reißvlies entfernen
Nach dem letzten Stickschritt nimmst du das Reißvlies aus dem Rahmen und entfernst es Lage für Lage von der Rückseite. Genau deshalb ist diese Methode so angenehm: Der Patch lässt sich sauber vom Trägermaterial lösen und du erhältst eine deutlich angenehmere Rückseite als bei manchen klassischen Lösungen mit dicker Folie.
Jetzt ist dein Patch im Grunde fertig und kann bereits aufgenäht werden.
So wird aus deinem Aufnäher ein Bügelpatch
Wenn du deinen Patch nicht aufnähen, sondern aufbügeln möchtest, kannst du auf der Rückseite zusätzlich BSN aufbringen. Durch die saubere Rückseite dieser Methode lässt sich das deutlich angenehmer umsetzen.
So kannst du aus einem gestickten Aufnäher ganz einfach einen fertigen Bügelpatch machen, den du später mit Hitze auf deinem Wunschprojekt befestigst.
Für welche Maschinen eignet sich diese Technik?
Die gezeigte Methode funktioniert mit allen Stickmaschinen. Im Video nutzen wir die Brother Innov-is 880E, sprechen aber auch über passendes Zubehör und Möglichkeiten für folgende Modelle:
- Brother Innov-is 880E
- Bernina B500
- Bernina B540
- Bernina B570
- Bernina B700 Pro
- bernette B70
- bernette B79
Wenn du mit einer anderen Stickmaschine arbeitest, kannst du die Technik in vielen Fällen trotzdem ähnlich anwenden. Entscheidend sind weniger Marke und Modell als eine saubere Stabilisierung, passende Materialien und eine sinnvoll vorbereitete Stickdatei.
Unser Tipp für schönere Patches
Wenn du häufiger Patches sticken möchtest, lohnt es sich, auf kleine Details zu achten. Eine gute Sticknadel, sauberes Reißvlies, eine passende Patchbasis und ein Magnetrahmen machen im Alltag oft mehr Unterschied, als man zuerst denkt.
Vor allem aber gilt: Je besser das Material stabilisiert ist, desto sauberer werden Kanten, Füllungen und Outline. Genau deshalb empfehlen wir diese Methode mit Reißvlies oder Tear Away Plus aktuell besonders gern.
Fazit: Patches selber machen ist einfacher, als viele denken
Patches mit der Stickmaschine zu erstellen ist kein kompliziertes Spezialprojekt, sondern mit der richtigen Technik sehr gut machbar. Wenn Stickdatei, Stabilisierung und Ablauf zusammenpassen, kannst du schon mit wenigen Schritten saubere Aufnäher und Bügelpatches herstellen.
Wenn du die passenden Materialien suchst oder Fragen zu Stickmaschinen, Magnetrahmen, Sticksoftware oder Patchbasis hast, findest du viele der gezeigten Produkte direkt bei uns im Shop. Und natürlich unterstützen wir dich auch über den Kauf hinaus mit ehrlicher Beratung und praktischen Tipps aus dem Alltag.




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