Wenn der Unterfaden beim Nähen oder Sticken nach oben gezogen wird, spricht man von „hochkommendem Unterfaden“. Dabei liegt der Unterfaden sichtbar auf der Oberseite des Stoffes oder wird sogar durch die Oberseite gezogen. Das ist kein normaler Zustand – die Ursache liegt meist in der Fadenspannung oder im Einfädelweg.
Typische Anzeichen für einen hochkommenden Unterfaden
- Unterfaden liegt sichtbar auf der Stoffoberseite
- Nähte wirken ungleichmäßig oder locker
- Garnschlingen auf der Oberseite
- Stichbild unsauber oder verzogen
- Starke Geräusche beim Nähen möglich

Ursachen: Warum kommt der Unterfaden hoch?
Oberfadenspannung zu gering
Die häufigste Ursache: Ist die Oberfadenspannung zu locker, kann der Oberfaden den Unterfaden nicht korrekt nach unten ziehen – stattdessen hebt sich der Unterfaden nach oben.
Lösung: Erhöhe die Oberfadenspannung schrittweise und teste mit einem Probestück.
Oberfaden falsch eingefädelt
Schon kleine Fehler beim Einfädeln führen zu Problemen im Fadenzug.
Lösung: Fädele den Oberfaden vollständig neu ein. Achte darauf, dass der Nähfuß beim Einfädeln oben ist, damit die Spannungsscheiben geöffnet sind.
Faden liegt nicht richtig in der Spannungseinheit
Wenn der Faden nicht zwischen den Spannungsscheiben sitzt, wirkt keine Spannung.
Lösung: Ziehe beim Einfädeln den Faden bewusst leicht nach links – so rutscht er korrekt zwischen die Scheiben.
Spulenkapsel oder Unterfaden nicht korrekt eingesetzt
Ein falsch eingelegter Unterfaden kann ebenfalls Störungen im Fadenzug verursachen.
Lösung: Kontrolliere die Drehrichtung (je nach Maschine meist im Uhrzeigersinn) und setze die Spule neu ein.
Falsche Nadel oder defektes Nadelöhr
Eine stumpfe oder beschädigte Nadel kann zu unregelmäßigem Fadenverlauf führen.
Lösung: Ersetze die Nadel – bei feinen Stoffen z. B. durch eine Microtex- oder Universalnadel in Stärke 70/10 oder 80/12.
Stoff zu dick oder ungeeignet stabilisiert
Ein zu dicker Stoff oder eine unpassende Einlage kann das Gleichgewicht zwischen Ober- und Unterfaden stören.
Lösung: Verwende passende Vliese und prüfe, ob die Stoffdicke zur Nadel- und Garnwahl passt.

So findest du die richtige Fadenspannung
Ein optimaler Stich zeigt Ober- und Unterfaden exakt auf Stoffober- bzw. -unterseite. Sichtbare Fäden auf der falschen Seite deuten fast immer auf ein Spannungsproblem hin.
Tipp: Nutze einen Teststreifen mit kontrastfarbenem Ober- und Unterfaden, um das Stichbild zu analysieren.
Während beim Nähen die Unterfadenspannung bei ca. 8-10g liegt, ist die Spannung beim Nähen mit 18-25g deutlich höher. Viele kombinierte Näh- und Stickmaschinen nutzen daher eine separate Stickspulenkapsel, die beim Umbau von einer Nähmaschine zu einer Stickmaschine eingesetzt wird.

Wann solltest du deine Maschine überprüfen lassen?
Wenn du alle oben genannten Schritte geprüft hast und das Problem weiterhin besteht, kann ein Defekt in der Fadenspannungseinheit oder im Greifer vorliegen. In diesem Fall hilft eine professionelle Wartung.
Zusammenfassung: Unterfaden kommt hoch – was tun?
Der Unterfaden kommt hoch, wenn das Gleichgewicht zwischen Ober- und Unterfadenspannung gestört ist. In den meisten Fällen hilft korrektes Einfädeln, die richtige Nadelwahl und eine angepasste Fadenspannung. Nur selten liegt ein technischer Defekt vor.
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